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Jurek Gleinig

was wäre wenn das Coronavirus sich nach Deutschland verlagern und dort zentrieren würde?

In der ersten Stunde, in der ich mich mit der Aufgabenstellung auseinandergesetzt habe, war ich sehr überfordert. Nachdem mir aber nach einiger Zeit die Frage „Was wäre, wenn das Corona-Virus sich nach Deutschland verlagern und dort zentrieren würde?“ einfiel, begann ich umgehend damit, mir Ideen zur Umsetzung meines Projekts überlegen.

Da das Thema in nahezu allen Medien und Köpfen kursiert, wollte ich einen für mich möglichen Ausgang der Lage erschaffen. Weil es eben das aktuellste Thema der Stunde ist und jeder Tag Neuigkeiten mit sich bringt, wandelte ich einige meiner Ideen so ab, dass sie dem bereits Geschehenen glichen. Beispielhaft dafür ist Punkt 4 auf meiner Mindmap („Über Medien wird Ausnahmezustand ausgerufen“). Aus diesem machte ich nämlich die Ansprache der Kanzlerin. Das kurzfristige Verändern meiner Ideen macht es möglich, dass mein Projekt theoretisch noch Realität werden kann. Das bedeutet gleichzeitig, dass es für den Betrachter interessanter ist, als wenn es ein möglicher Ausgang des Virus wäre, ein anderer Ablauf sich aber schon lange abgespielt hätte. Andere meiner Ideen hingegen haben sich nahezu genau so bewahrheitet, so auch das Bild mit dem Mann im Supermarkt, der eine Atemmaske trägt. Jene Masken werden heute von vielen Menschen auf den Straßen getragen. Ich habe außerdem im selben Bild leicht angedeutet, dass es dazu kommen könnte, dass einzelne Waren ausverkauft sind. Genau dazu ist es gekommen, allerdings viel extremer, als bei mir auf dem Bild zu erkennen.

Wie ich in meinem Text zur Ideenfindung bereits erwähnte, wollte ich ein negatives Thema ansprechen. Deshalb habe ich mich auch dazu entschieden, den Bildern keine Farbe zu geben, damit eine trübe Stimmung weiterhin über die Gedanken des Betrachters herrscht.

Die im ersten Bild ungenau gezeichneten Menschen stehen für die Ausgangssituation, bei er bei uns in Deutschland noch alles in Ordnung war. Nichts schien besonders, deshalb auch keine Hervorhebungen bestimmter Personen durch das Zeichnen von Gesichtern. Sie stehen auch mit dem Rücken zum Betrachter, weil dem in meinem Projekt behandelten Thema vorerst keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Im zweiten Bild (Punkt 2 bei Mindmap) gehe ich mittels einer Skala auf die steigende Kurve der Infizierten ein. Oben rechts deute ich an, dass diese über die Nachrichten (Tagesschau im Ersten) übermittelt wurde. Es folgt die bereits oben angesprochene Kanzlerrede, welche zur Folge hat, dass die Leute vermehrt nur noch mit Masken ihre Häuser verlassen, wie das anschließende Bild zeigt. Alles anschließende ist zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Text hier verfasse (3.April 2020) in Deutschland noch nicht eingetroffen, glücklicherweise.
Die Lage verschlimmert sich immer mehr, Straßen sind komplett verlassen (wie deutlich auf dem Folgebild erkennbar). Mit den kahlen Bäumen an den Straßenrändern wollte ich die kühle und trübe Stimmung noch etwas unterstreichen.
Um dem Virus weiterhin Stand zu halten werden Krankenhäuser errichtet. Damit wollte ich zeigen, dass die Anzahl an Infizierten weiterhin steigt und das deutsche Gesundheitssystem komplett überlastet ist. Mit dem  letzten Bild soll die komplette Kontrolle des Staates durch das Militär erkennbar werden. Keine Menschenseele weit und breit zu sein – „lediglich“ ein Panzer mit drei dahinter patrouillierenden Soldaten. Ich möchte mit dem Bild auch auf die aktuellen Überlegungen unseres Gesundheitsministers eingehen, der vorschlägt, dass der Staat Zugriff auf unsere im Handy gespeicherten Standorte und die Dauer des dortigen Aufenthalts bekommt. Auch wenn die aktuellen Umstände gewisse Maßnahmen und Freiheitseinschränkungen (wie z.B. das freie Bewegen mit beliebig vielen Mitmenschen) fordern, so muss man aufpassen, dass die von der BRD nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführten Bausteine, eine Wiederholung einer solch leichten Machtergreifung und Kontrolle wie der der NSDAP zu vermeiden, nicht einfach über Bord geworfen werden. Denn wenn man erst einmal drastische Kontrolle, wie z.B. die Aufhebung des Datenschutzes, einführt, dann ist es immer sehr schwer, den vorigen Stand wiederherzustellen.

Damit endet meine Bilderreihe. Bewusst habe ich sie dort und genau so beendet, damit der Betrachter mit einem extremen Bild zum Nachdenken angeregt wird, vielleicht auch dazu gebracht wird, sein bisheriges Handeln zu überdenken und es fortan anders auszuführen.

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Projekt, da ich es meiner Meinung nach geschafft habe, dem Betrachter die bisherigen Ereignisse aufzuweisen (auch wenn sie damals „vorhergesagt“ waren) und ihm anschließend zu zeigen, was alles noch passieren kann. Damit eine derart drastische Form von Kontrolle nicht eintritt sollten wir alle die vergleichsweise zum möglichen Ausgang recht milde Form vom Eingriff in unser Leben akzeptieren und jeden möglichen Kontakt und Austausch mit Menschen meiden.