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Vincent Rix

was wäre wenn ich verrückt wäre?


Zu dieser Frage wollte ich einen Kurzfilm mitValentinBuckl, Linus Trempler und Laurens Jansen drehen. Die Fragestellung sollte bezogen sein, auf die Kunst im allgemeineren Sinne. Meine Idee war es, im öffentlichen Raum seltsame Dinge zu tun, wie zum Beispiel Dinge anzumalen, auf Sachen drauf zu klettern, merkwürdige Klamotten zu tragen und Verwirrung zu stiften. Die Verwirrung sollte live auf der Straße geschehen jedoch aber auch bei dem Betrachter des Filmes. Die durchgeführten Aktionen hätten ganz ohne Hintergrundmusik oder ähnlichem geschickt aneinander geschnitten werden sollen. Hinzu wäre eventuell ein Interview unterlegt worden, in dem Sachen erzählt worden wären welche auch nochmal zusätzlich Verwirrung gestiftethätten.

Aufgrund der Corona-Krise und den damit verbundenen zunehmenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens habe ich mich von der Idee des Kurzfilms abgewandt und mir eine neue Idee überlegt.

Nach einiger Überlegung kam ich auf die sehr spezifische Fragestellung: „Was wäre wenn ich auf einem Drogentrip in Asien wäre?“. Diese Fragestellung habe auf einer 40cmX60cm großen Leinwand beantwortet. Die Skizzierung habe ich mit Bleistift angefertigt und anschließend wurden Acrylfarben mit der Hilfe von Pinseln und Stiften aufgetragen.

Zunächst einmal habe ich überwiegend helle und kräftige Farben verwendet, wodurch die Leinwand einem sehr stark ins Auge fällt. Wo auch immer die Leinwand sich befindet, sie ist ein Blickfänger.
Des weiteren ist die Komposition der Leinwand sehr vielseitig und sehr viele Dinge geschehen gleichzeitig. Beim anschauen der Leinwand weiß der Betrachter gar nicht, wo er als erstes hingucken soll. Viele verschiedene Farben und Elemente sorgen dafür, dass das Auge hin und her springt.
Außerdem gibt es überall kleine Details, an welchen man sich aufhalten kann und bis man überhaupt einen Überblick über die Leinwand bekommen hat, dauert es eine gute Weile.
Diese Überladung an Farben, Details und verschiedenen Elementen ist bezogen auf einen Drogenrausch, bei dem die eigenen Sinne um ein vielfaches intensiver wahrgenommen werden.
Im Bezug auf die dargestellten Elemente kann man sagen, dass diese vom Stil einer Zeichentrickserie oder einem Comic gleichen. Texturen sind nicht realistisch dargestellt aber es ist trotzdem leicht zu entziffern, was jeweils dargestellt sein soll. Schatten und Licht sind mit der jeweils helleren oder eben dunkleren Farbe eines Objektes abgebildet.

Um nun zu der Umsetzung meines „Was wäre wenn…“ Projektes zu gelangen, möchte ich erst mal erklären, wie ich überhaupt auf meine Idee gekommen bin. Wie schon erwähnt musste ich aufgrund des Corona Virus meine alte Idee verwerfen und machte mir Gedanken, was ich anstatt dessen machen könnte.

Schon länger habe ich mich mit verschiedenen asiatischen Künstlern beschäftigt (siehe Künstlervorbild)
Während ich dann mit einem guten Freund von mir an einer, für Graffiti legalen, Wand in Eimsbüttel sprühen war, kam der entscheidende Funke. Normalerweise sind es Buchstaben die wir an die legalen Wände sprühen, jedoch sind wir an diesem Tag etwas experimenteller vorgegangen und haben auch Charaktere mit eingefügt. Mein Kumpel hat vorgeschlagen ein Yin und Yang Zeichen mit einzubauen und in diesem Moment beginn sich meine Idee für das Projekt zu entwickeln.

Da ich mich schon vor dem Kunstprojekt mit asiatischer Kunst beschäftigt habe, war es für mich klar, das ich nun in irgendeiner Weise asiatische Elemente in mein Projekt mit einfließen lassen will.
Ich war mir schon sicher,dass ich gerne eine Leinwand gestalten würde.Außerdem hatten wir geplant im Theaterunterricht das Stück „Ein Sommernachtstraum“ von Shakespeare aufzuführen. Wir haben uns mit dem Theaterstück beschäftigt und unsere eigene Version erarbeitet welche Drogen, Liebe und Verwirrung als Themen in den Mittelpunkt stellt. Da ich es schade finde, dass wir das Stück, aufgrund von Covid 19, nicht aufführen können, habe ich mir das Thema „Drogen“ raus gepickt und es mit der Idee etwas asiatisches mit einzubauen kombiniert. Die Fragestellung:„Waswäre wenn ich auf einem Drogentrip in Asien wäre?“ war geboren.

Ich habe mir vorgenommen, typisch asiatische Dinge oder Dinge welche die asiatische Kultur repräsentieren in irgendeiner Form mit Drogen zu verbinden.
Als erstes habe ich mich durch Fotos Videos und eine Dokumentation über die asiatische Kultur inspirieren lassen und mir Notizen gemacht, zu Elementen welche ich eventuell einbauen möchte.
Anschließend habe ich meine Notizen genommen und mir Fotos der einzelnen Dinge angeschaut. Bestimmte Fotos habe ich mir abgespeichert und sie dann später als Referenz für meine Skizzen benutzt. Nach dem ich erste Skizzen angefertigt hatte, habe ich Skizzen für die Komposition der Leinwand gemacht.
Als ich mich für eine Kompositionsskizze entschieden hatte, habe ich begonnen die Skizzen in verfeinerter Form auf die Leinwand zu übertragen.
Nun kam die Acrylfarbe ins Spiel. Zu beginn wurden die großen blanken Flächen mit Farbe gefüllt.
Nach dem die verschiedenen Elemente ihre erste Farbschicht bekommen haben, habe ich mit jeweils helleren oder eben dunkleren Farben Licht und Schatten mit eingearbeitet.
Als alle Farben aufgetragen waren, fing ich an die Umrandungen zu ziehen. Anfänglich wurde das jeweilige Element nur einmal mit einem schwarzen dünnen Acrylstift umrandet und dann nach und nach wurde die Umrandung sorgfältig dicker gemacht. Durch die dickeren Umrandungen wirken die einzelnen Sachen kräftiger und nicht fragil.
Nach Fertigstellung derUmrandungen wurden bestimmte Bereiche verfeinert, Details ausgearbeitet, Kanten und Linien schärfer gemacht und das Werk wurde generell aufpoliert.

Mir persönlich gefällt der Himmel extrem gut, welcher einen Übergang hat, welcher von dunkel Lila zu Gelb verläuft. Eine weiterer Sache die mir gut gelungen ist, sind die Umrandungen,welche verschieden dick sind. Des weiteren habe ich Licht und Schatten gut mit in die Leinwand eingearbeitet. Wenn man einen genaueren Blick auf das Bild wirft, erkennt man sogar viele kleine Details. Als letztes ist die Komposition der Leinwand meiner Meinung nach sehr erwähnenswert, da sie gut zu dem Thema eines Drogentrips passt. Was die Schriftzeichen bedeuteten verrate ich nicht, wenn jemand daran interessiert ist, muss derjenige es selbst herausfinden.

Weiterführend hätte ich gerne noch mehr Details eingebaut, jedoch habe ich schon jetzt enorm viel Zeit in das Projekt gesteckt und irgendwann muss man auch zu einem Ende finden.Außerdem bin ich sehr perfektionistisch, weshalb ich mich ewig lange an Kleinigkeiten aufhalten kann und viel Zeit damit verbracht habe den letzten Feinschliff zumachen.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Endresultat und das Projekt war eine schöne Abwechslung neben den anderen Schulaufgaben, welche ich aufgrundvon Corona Zuhause erledigen musste. Wie schön erwähnt, kann ich nicht aufhören, jede noch so kleine Ecke zu perfektionieren, w shalb ich am letztenTagvor Abgabe noch ziemlich viel Zeit investierthabe.